Informationen zur Kartoffel


1. Botanik und Herkunft

Die Kartoffel (Solanum tuberosum) gehört zu der Familie der Nachtschattengewächse und stammt ursprünglich aus Südamerika. Im Zuge der Entdeckung und Exploration Amerikas gelangten die Knollenfrüchte mit den spanischen Seefahrern nach Europa. Zu Anfang nur als Zierpflanze angesehen musste die Kartoffel aufgrund der fremden Anbaumethoden und ungewohnten Zubereitung etliche Widerstände in der Bevölkerung überwinden, ehe sie im 19. Jahrhundert zum "Volksnahrungsmittel" Nr. 1 in Europa wurde.

Die Pflanzung der Kartoffelknollen erfolgt Ende März bis Mitte April und die Ernte erfolgt je nach Produktionsziel ab Mitte Juni (Frühkartoffeln) und kann bis Oktober (Lager- und Stärkekartoffeln) andauern. Die Erntemengen pro Hektar können zwischen 320dt und 460dt schwanken.


2. Qualitätskriterien und Nutzung

Die Verwertung der Kartoffel erfolgt als Pflanz, Speise- und Veredlungskartoffel sowie als Rohstoff für die Stärke- und Alkoholindustrie

Je nach Verarbeitungsziel werden unterschiedliche Qualitätsansprüche an das Erntegut gestellt. Für die äußere Qualität sind die Knollengröße, -form, -gleichmäßigkeit und -zustand maßgeblich. Die innere Qualität wird durch dem Stärkegehalt, Kocheigenschaften, Trockensubstanzgehalt und Anteil reduzierender Zucker bestimmt.

Pflanzkartoffeln sollten neben Triebkraft und Keimfähigkeit vor allem resistent gegen Viruserkrankungen sein.  Speiskartoffeln sollten eine makellose Schale aufweisen und lange lagerfähig sein. Während für die Veredlungserzeugnisse, wie Pommes frites, Chips und Reibekuchen ein hoher Trockensubstanzgehalt und Knollenform entscheidend verlangt die Stärkeindustrie einen hohen Stärkegehalt. Die Kartoffelstärke wird dabei nicht nur in der Lebensmittelherstellung eingesetzt, sondern verstärkt in der Papier und Kunststoffindustrie.


3. Produktion und Handel

Nach Angaben des europäischen Statistikamt wurden in Europa wurden 2013 auf ca. 1,7 Mio. ha Kartoffeln angebaut und dabei 53,8 Mio. t geerntet. Deutschland ist dabei mit 9,7 Mio. t der bedeutendste Kartoffelproduzent, gefolgt von Polen (7,1 Mio. t), Frankreich (6,9 Mio. t), Niederlande (6,6 Mio. t) und Großbritannien (5,7 Mio. t). In einem überdurchschnittlich guten Erntejahr wie 2014 wurden in Deutschland auf 267 000 ha fast 11,5 Mio. t gerodet.


4. Warenterminmärkte

Neben den lokalen Handelsplätzen, wie die Rotterdammer Kartoffelbörse, wird der Preis für Kartoffeln vor allem an der Frankfurter Eurex ermittelt.

Der Preis für Kartoffeln unterlag in den letzten Jahren großen Schwankungen. So konnte 2011 und 2013 Spitzenpreise von mehr als 33€ erzielt werden. Dazwischen lag ein Tal der Tränen mit Preisen um die 5€. Dieses Jahr wurde aufgrund einer Rekordernte selbst dieses Preisniveau mit Kursen von 2,60 noch deutlich unterschritten. Gerade die Kartoffeln sind damit für eine Preisabsicherung prädestiniert.  


Alle Angaben ohne Gewähr. Kursquelle: Eurex